Fränkisches Fischereimuseum Bischberg

Heimatmuseum mit Themenschwerpunkt Fischerei und Flößerei am Main

Der Träger - Förderverein Fränkisches Fischereimuseum e.v.

Im Herzen von Franken, an der Mündung der beiden Flüsse Regnitz und Main, vor den Toren der oberfränkischen Kaiserstadt Bamberg (=Weltkulturerbe) liegt das Fischer- und Flösserdorf Bischberg.

Bischberg spielte im Flosshandel keine geringe Rolle. Hier hielten die Flösser aus Wallenfels, Unterrodach, ja aus dem gesamten Frankenwald an.

Die einzelnen Flösse wurden in Bischberg für die grosse Reise bis nach Holland zusammengebunden und sturmfest gemacht. Auch eine Hütte, die als Notunterkunft und Proviantlager diente, wurde gebaut.

Die Frankenflösserei wird in einer Urkunde erstmals 1386 erwähnt. Doch es gibt Anzeichen, dass sie bereits 1122 bestand, als der Frankenwald zum Bistum Bamberg gelangte und eine Besiedelung und Rodung der Wälder begann.

Der Flösserbetrieb wurde Ende der 50er Jahre eingestellt und von der Güter- und Personenschifffahrt abgelöst.

Der Freizeitbetrieb an den Flüssen und Baggerseen dominiert.

Zurück bleiben Erinnerungen, vorhandene Gerätschaften, Bilder und Schriftstücke, die nicht nur archiviert, sondern in einem Museum sinnvoll dargestellt und der öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Die Fischerei wurde durch den Ausbau des Mains und der Regnitz sehr zurück gedrängt. Das alte Fischerlied "Ein armer Fischer bin ich zwar" hat seine inhaltliche Bedeutung heute noch mehr, als wie vor einigen Jahren.

Und dennoch gibt es noch, hier an der wasserreichen Region vor der
Unterfrankengrenze, die Fischer aus Bischberg und Bamberg, die das ehrwürdige Handwerk von der Pike auf gelernt haben und es ihren Kindern weiter geben.

Sie haben sich vor allem der Hege und Pflege der Fischzucht, dem Gewässer- schutz und dem Erhalt von Brauchtum und Tradition verschrieben.

In den letzten 30 Jahren wurden leider zahlreiche alte Fischereigeräte vernichtet, da sie keine Verwendung mehr fanden. Die Industrialisierung hielt auch bei den Fischern Einzug.
Geändert hat sich seit der gemeinsamen Zeit der Fischer und Flösser sehr viel.

Auch der Lebensstandard ist ein anderer geworden. Viele Fanggeräte der Fischer haben ausgedient.
Die alten Fischerboote, in der Sprache der Fischer "Fischerschelche" genannt, waren zu früheren Zeiten aus Eichenholz und wurden vor und nach der Eiszeit gesäubert und geteert. Heute geht der Wandel hin zu pflegeleichten ALU-Schelche. Selbst gestrickte alte Baumwollnetze wurden durch fabrikneue Nylon- und Monofilnetze ausgetauscht. Kaum einer giesst sich noch selbst Grundbleie für das Wurfnetz, Breitgarn oder Spiegelnetz.

Fast jeder Fischer benutzt den Aussenbordmotor, während zuvor die Stachel und das Lendseil neben dem Ruder die wichtigsten Fortbewegungsmittel waren.

Zu den Fischern und Flössern gehört die Bevölkerung. Bier, Schmalz, Holz und andere Gebrauchsgüter wurden an die Flösser verkauft. In Wirts- und Privathäusern wohnten die Flossherren und Flossknechte. Manch guter Fisch der Fischer wurde meist an die heimische Bevölkerung verkauft. Noch heute sind die frischen Flussfische begehrt und werden einer anderen Züchtung vorgezogen. Die Bevölkerung unterstützt das Traditionsbewusstsein der "Wassermänner".

Zum Glück gab es geschichtsinteressierte Flössernachkommen, die sich noch rechtzeitig darauf besannen, Handwerksgeräte, einschlägige Utensilien sowie Bild- und Schriftmaterial zu sammeln. Ein schmuckes Flösserhäuschen in Unterrodach (Frankenwald) wurde 1969 zum Museum umgewandelt. Eine lohnende Sache, wie sich aus geschichtshistorischer und schulpädagogischer Sicht heraustellte. Den Verantwortlichen und allen Beteiligten ist zu danken.

Leider wurden von vielen Fischerfamilien unbrauchbar gewordene alte Fischereigeräte vernichtet.

Persönliche Aufzeichnungen und Bilder über die ortsbezogene und fränkische Geschichte wurden achtlos weggegeben, auch von der heimischen Bevölkerung.

Eine Hauptaufgabe des 1973 gegründeten Ortskulturringes ist die Erhaltung und Pflege von Brauchtum und Tradition.

Galt das Hauptaugenmerk zunächst der Erhaltung alter Denkmäler, Feldkreuze und Bildstöcke, so widmete man sich einige Jahre später zielstrebig der alten Heimatgeschichte "Fischerei und Flösserei".

Verantwortliche in der Gemeinde, dem Kulturträger OKR sowie einige wenige ortsansässige Fischer, allen voran die Vorstandschaft der Fischerzunft, erkannten die Notwendigkeit, weiteres Geschichtsgut vor dem Verfall zu retten.

Das Heimatbewusstsein der Bevölkerung wurde durch gezielte Massnahmen geweckt. Lichtbildervorträge fanden statt.
Eine grossorganisierte heimatkundliche Ausstellung im Jahre 1995 in Zusammenarbeit mit der hiesigen Fischerzunft, den Sportfischern Petri Heil und  engagierten Bürgern übertraf alle Erwartungen und es zeigte sich, dass hier Notwendigkeit bestand. Mehr als 2000 Besucher strömten in kurzer Zeit ins  historische Untere Schloss zu Bischberg. Mehrere Schulklassen nutzten die Gelegenheit, fachkundige Führungen zu besuchen. Ein Grossteil des Ausstellungsmaterials konnte gesichert werden. Weitere Exponate kamen hinzu.

Mit dem bisherigen Sammelgut und dem Wissen, dass nunmehr auch die Bevölkerung hinter der Sache stand, war offensichtlich, dass weitere gute Vorsätze in die Tat umgesetzt werden sollten.

Schon bald signalisierte der kultur- und geschichtsinteressierte Gemeinderat der Gemeinde Bischberg seine Unterstützung mit der Bereitstellung von Lagermöglichkeiten und eines Baugrundstücks. Den bisherigen Bürgermeistern Wachter, Will und Pfister sowie den Bürgermeistervertretern ist zu danken.

Am 09.09.1999 wurde auf Vorschlag des Heimatkundlers Josef Kröner der "Förderverein Fränkisches Fischereimuseum e. V." (FFF) mit dem Ziel gegründet, ein Heimatmuseum aufzubauen und zu betreiben.

Frauen in Führungspositionen eines Vereins? Ein Volltreffer!

Rührige Vorstandsfrauen haben bislang überzeugt. Ein erweiterter Vorstandsstab unterstützt in vorbildlicher Art und Weise. überrascht sind die Verantwortlichen von der Mitarbeit und dem Interesse der Mitglieder, die Eigeninitiative entwickeln.

Verschiedene Kulturgüter der fränkischen Heimat wurden von Bürgern aus Ober- und Unterfranken zur weiteren Verwendung in Aussicht gestellt. Zunächst will der FFF durch Aktionen und Veranstaltungen notwendige Finanzmittel erwirtschaften.

Zum Jahresende 2000 konnte das 150. Mitglied aufgenommen werden. Mittlerweile zählt der Verein über 200 Mitglieder.

Unterstützung erhalten die Beteiligten von Geschäftsleuten, Banken und hochgestellten Repräsentanten.

Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayer. Landtages (seit Einweihung Bauabschnitt 1, 2009: Förderndes Ehrenmitglied), Frau Huml Melanie (Staatsministerin) und die Herren Sitzmann Edgar (ehem. Bezirkstagspräsident Oberfranken), Kalb Johann (Landrat Lkr. Bamberg), Dr. Denzler Günther (ehem. Landrat Lkr. Bamberg und Bezirkstagspräsident), Odenbach Friedrich (ehem. Abgeordneter des Bayer. Landtages), Pfister Johann (1. Bürgermeister und stellv. Landrat Lkr. Bamberg), Schmitt Friedrich (Pfarrer), Bergmann Norberg (Pfarrer) und Regus Gerhard (Rektor) vertreten den Verein nach außen und unterstützen das Projektvorhaben.
Sie wurden zu "Fördernden Ehrenmitglieder" ernannt.

Bürgermeistervertreter, Kreis- und Gemeinderäte zählen zu den Mitgliedern. Viele Eltern haben bereits ihre Kinder der guten Sache wegen aufnehmen lassen. Einige sind Mitglieder seit Geburt.

Zur aktuellen Legislaturperiode wählte der Verein eine neue Vorstandschaft. Mit den Worten des Gründungsvorstandes Josef Kröner "der jüngeren Generation Verantwortung übertragen" wurde Peter Fischer als neuer 1. Vorstand gewählt. Ihm zur Seite stehen Matthias Kröner (2. Vorstand), Romeo Ernst (3. Vorstand) sowie die erweiterte Vorstandschaft.

Anlässlich der Feierlichtkeiten zur Segnung des 2. Bauabschnittes im Jahr 2015wurde Josef Kröner als Ehrenvorstand ernannt.

 

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung